Portfolio: Drei Generationen, ein Regelwerk
Im Internet kann jeder viel behaupten. Deshalb gilt hier: Put your money where your mouth is. Auf dieser Seite siehst du die realen Depots, mit denen meine Familie nach dem Regelwerk investiert, dazu eine klar gekennzeichnete Rückrechnung über zehn Jahre und ein Änderungs-Log, in dem jede Entscheidung mit Datum und Begründung steht. Fehler wird es hier geben, und wie damit umgegangen wird, kannst du Eintrag für Eintrag mitlesen.
Die Depots: drei Generationen, ein Regelwerk
Vermögensaufbau · live seit Juli 2026
Sparplan-Depot mitten im Erwerbsleben: 1.000 € monatlich auf 20 Titel, gleichgewichtet, alle Rollen (Anker, Wachstumsmotor, Cashflow-Lieferant). Startwert bei Umstellung: rund 12.200 €. Ziel: In etwa 20 Jahren die laufenden Rechnungen aus Dividenden bezahlen.
Ruhestand · Start in Kürze
Einmalanlage von 50.000 € auf 20 gleichgewichtete Titel mit planmäßig wachsendem Cashflow-Anteil. Ziel: eine steigende Zusatzrente – ohne je das Kapital anzugreifen.
Nächste Generation · live seit Juli 2026
Kinderdepot: 15 Titel à 15 € monatlich (225 €), bewusst ohne Hochausschütter, weil bei einem Zeithorizont von Jahrzehnten das Dividendenwachstum mehr bringt als eine hohe Anfangsausschüttung. Startwert: rund 2.500 €.
Generation davor · Umsetzung läuft
Das Depot meiner Eltern: 100.000 € Einmalanlage auf 15 gleichgewichtete Titel mit rund 4 % Startrendite. Bis 2030 wird jede Dividende reinvestiert, ab 2031 ausgezahlt, Ziel: eine wachsende Zusatzrente aus Dividenden, ohne je das Kapital anzugreifen. Damit läuft das Regelwerk jetzt über drei Generationen.
Der Umbau · Migration läuft
Ein rund 22.000-€-Altdepot aus der Zeit vor dem Regelwerk, mit ETFs, Alibaba, Alphabet und anderen Positionen, die den Trichter nie durchlaufen haben. Es wird Schritt für Schritt regelkonform umgebaut, steuerbewusst und dokumentiert. Die Serie dazu startet im Blog, mit allen Zwischenschritten, auch den unschönen.
Es geht nicht um die 1.000 €
Die Beträge oben senden leicht ein falsches Signal. Ganz ehrlich: Diese 1.000 € sind kein übriges Geld, sondern meine Altersvorsorge. Als Unternehmer zahle ich nicht in die gesetzliche Rente ein, was dort automatisch abginge, muss ich selbst überweisen. Und dieser Posten ist weniger exotisch, als er aussieht: In die gesetzliche Rentenversicherung fließen 18,6 % des Bruttolohns, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zusammen. Bei rund 5.400 € brutto sind das ebenfalls etwa 1.000 € im Monat, nur sieht man sie nie, weil sie vor der Gehaltsabrechnung abgezogen werden. Wer also seine Sparrate gegen diese Zahl hält, vergleicht sein Netto mit meinem Vorsorge-Posten. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Bei 3.500 € brutto sind es keine 1.000 €, sondern gut 650 €. Und der Vergleich trägt für die Frage, wie viel jemand fürs Alter zurücklegt, nicht für die Frage, was am Ende dabei herauskommt – die gesetzliche Rente ist umlagefinanziert, dort entsteht kein Depot, sondern ein Rentenanspruch.
Als Eintrittskarte ist der Betrag ohnehin nicht gemeint. Das Regelwerk rechnet durchgehend in Prozenten: Trichter, Klumpen-Deckel, Rollen-Mix und Januar-Regel funktionieren mit 50 € im Monat exakt so wie mit 1.000 €. Und weil alle Regeln prozentual sind, skaliert das Ergebnis einfach mit: Wer ein Zehntel einzahlt, steht an jedem Punkt bei einem Zehntel der Euro-Beträge, die Prozente, also die Qualität des Depots, sind identisch. Auf die Rückrechnung unten übertragen heißt das: Aus 100 € statt 1.000 € im Monat wären rund 619 € Jahresdividende im Jahr 10 geworden, gut 50 € monatliches Zusatzeinkommen, das jedes Jahr weiterwächst (Modellrechnung, dieselben Vorbehalte wie unten). Praktisch steht kleinen Raten heute auch nichts mehr im Weg: Viele Broker führen Aktien-Sparpläne ab 1 € gebührenfrei aus. Bei uns kam es am Ende weniger auf die Höhe der Rate an als darauf, dass sie jeden Monat pünktlich abging.
Monatlich erscheint ein Einkommens-Update im Blog: erhaltene Dividenden, Erhöhungen, Käufe, und was das Regelwerk dazu sagt.
Die Rückrechnung: 10 Jahre, ehrlich gekennzeichnet
Was du hier siehst, ist ein Backtest und kein realer Track Record. Die Depots laufen real erst seit 2026. Für die Rückrechnung haben wir die heutigen System-Listen so behandelt, als wären sie von 2016 bis 2025 mit den echten Raten bespart worden: Kalenderjahres-Dividenden je Aktie (split-bereinigt, nur reguläre Zahlungen, Sonderdividenden bewusst ausgelassen, das rechnet konservativ), Käufe zu Jahresdurchschnittskursen, Wechselkurse als Jahresmittel, Reinvestition nach unserer Januar-Regel. Alles brutto, ohne Kosten und Steuern.
| Szenario | Eingezahlt (10 J.) | Dividende im Jahr 10 | Yield on Cost |
|---|---|---|---|
| Vermögensaufbau (1.000 €/Mon., 20 Titel) | 120.000 € | 6.190 € | 5,2 % |
| Ruhestand (50.000 € einmalig, 20 Titel) | 50.000 € | 4.507 € | 9,0 % |
| Nächste Generation (225 €/Mon., 15 Titel) | 27.000 € | 1.211 € | 4,5 % |

Ohne die richtige Lesart wäre diese Tabelle wertlos, denn ein Backtest belohnt Überlebende. Die Titel wurden 2026 nach Kriterien ausgewählt, die zehn erfolgreiche Dividendenjahre voraussetzen, und natürlich sieht die Rückrechnung dann gut aus (Selektions-Bias); eine Rendite aus dem Rückspiegel taugt deshalb nicht als Kaufargument. Was die Rechnung trotzdem zeigt, und dafür steht sie hier: die Mechanik des Systems, wie aus Sparrate, Dividendenwachstum und Januar-Regel über zehn Jahre ein spürbarer Einkommensstrom entsteht. Ob die Mechanik auch nach vorne trägt, beweisen ab jetzt die Live-Depots oben. Und weil Yield on Cost allein eine Wohlfühl-Kennzahl wäre, die Opportunitätskosten verschweigt, gibt es ab Januar 2027 jedes Jahr an dieser Stelle die unbequeme Tabelle: jedes unserer Depots im Vergleich mit einem thesaurierenden Welt-ETF, Gesamtvermögen, nach Steuern. Auch dann, wenn das Ergebnis gegen uns ausfällt. Und damit dieser Vergleich später nicht als nachträglich zurechtgelegt gelten kann: Er läuft bereits. Seit Juli 2026 wird jede reale Einzahlung parallel als fiktiver Kauf eines thesaurierenden Welt-ETF festgehalten. Der erste Report zeigt damit ein Duell, das von Anfang an mitgeschrieben wurde und nicht nachträglich zurückgerechnet ist.
Warum hier keine Kontoauszüge stehen – und wie du uns trotzdem prüfen kannst
Broker-Nachweise und Kontoauszüge veröffentlichen wir nicht, weil sie Depotnummern tragen und in Summe Rückschlüsse auf das Einkommen unserer Familie zulassen würden. Dieses Stück Privatsphäre geben wir nicht her, auch nicht für mehr Applaus. Prüfbar bleibt trotzdem alles, worauf es ankommt: Jede Entscheidung steht mit Datum und Begründung im Änderungs-Log direkt darunter, Börsenkurse sind öffentlich, und wer nachrechnen will, kann jeden Eintrag gegen die Kurse des jeweiligen Tages halten. Ab Januar 2027 kommt der jährliche Benchmark-Vergleich hinzu, der Maßstab dafür steht heute schon fest, damit wir ihn uns später nicht zurechtbiegen können.
Änderungs-Log
Jede Depot-Entscheidung steht hier mit Datum und Begründung. Einspruch ist ausdrücklich erwünscht: Widerspricht ein Leser einem Eintrag substanziell (am einfachsten per Kommentar im zugehörigen Blog-Beitrag), wird der Einspruch hier im Log verlinkt und beantwortet, auch dann, wenn wir am Ende bei unserer Sicht bleiben.
06.07.2026 – Prüfung deckt Scheindiversifikation auf: Finanz-Untercluster einzeln im Limit, in Summe 30–40 % je Depot. Neue Regel: harter Sektor-Deckel von 25 % zusätzlich zu allen Unter-Clustern, jede Grenze mit eigener Prüfformel. American Express verlässt alle Depots (Ausnahme-Slot-Regel, Sektor-Deckel, zweifaches Einfrieren-Muster in früheren Krisen); Wiedervorlage ca. 2030/31. Hintergründe im Blog.
07.07.2026, Website-Neustart; Depots Vermögensaufbau und Nächste Generation vollständig auf das Regelwerk umgestellt. Zoetis-Sparpläne eingerichtet (Turnaround-Protokoll: Tranchen statt Einmalkauf), Erstausführung im Kinderdepot ausstehend.
Wichtiger Hinweis: Diese Seite dokumentiert private Anlageentscheidungen zu Bildungszwecken. Sie ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung, einzelne Wertpapiere zu kaufen oder zu verkaufen. Der Autor hält die genannten Titel selbst (Interessenkonflikt). Rückrechnungen sind Modellrechnungen mit Näherungsdaten; frühere oder simulierte Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Aktienanlagen können bis zum Totalverlust führen. Details: Disclaimer & Risikohinweis.
